Jugendmeisterschaften 2000/2001

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Einzelmeisterschaften

Die Jugend-Bezirksmeisterschaften fanden am 16. und 23.11.2001 in Wiesbaden statt. Zwölf Spieler und eine Spielerin aus sechs Vereinen ermittelten an den zwei Turniertagen die Bezirksmeister in den Altersgruppen U10 bis U20. Ungefähr ein Viertel der Jugendlichen im Bezirk 8 waren damit der Einladung gefolgt; die Frauenquote überstieg den Anteil weiblicher Mitglieder in deutschen Schachvereinen um mehr als das doppelte. Zu gewinnen gab es auch einiges: Außer Urkunden und Pokalen waren noch Qualifikationsplätze für die Hessischen Jugendmeisterschaften 2002 in den Altersgruppen U14, U16 und U18 zu vergeben. Für die Jüngeren werden die Hessenmeisterschaften als offene Turniere, für die Altersgruppe U20 gar nicht mehr durchgeführt.

Zunächst ein paar Worte zu dieser Besonderheit des Turniers: Der Bezirk ist die einzige organisatorische Ebene, auf der Spieler noch bis zum Alter von 20 Jahren zur Jugend zählen. Auf Landes- und Bundesebene endet die Jugend wie international üblich mit der Altersgruppe U18. Auf eine entsprechende Anpassung wurde bei der letzten Überarbeitung der Turnierordnung des Bezirks verzichtet, wofür es nach meiner Erfahrung auch gute Gründe gibt. Selbstverständlich ist die Spielstärke der Teilnehmer eines Bezirksturniers niedriger als bei qualifikationsbedürftigen Landes- oder Bundesturnieren, auch weil einige Spieler erst in fortgeschrittenem Jugendalter den Weg in einen Schachverein finden. Eine gewisse Schonzeit ist an der Basis deshalb eher gerechtfertigt als bei der "Elite". Daß unter dem Titel Jugendturnier dann Studenten gegen Zivildienstleistende spielen, muß man wohl hinnehmen.

Nun aber zum eigentlichen Turniergeschehen. Die Teilung des Teilnehmerfeldes in zwei annähernd gleich große Gruppen führte die Spieler der Altersgruppen U20 und U18 sowie die der U16 und alle jüngeren in jeweils einer Gruppe zusammen. Gespielt wurden Rundenturniere jeder gegen jeden mit einer Bedenkzeit von 60 Minuten und Notationspflicht. Schon die ersten Runden verliefen nicht ohne Überraschungen. Bei den Älteren verlor DWZ-Favorit Frank Schröder (SV Biebrich) gleich zweimal hintereinander, erst gegen Roland und anschließend gegen Holger Neb (beide SC Taunusstein). Roland konnte sich mit hundertprozentiger Punktausbeute schon etwas vom Rest des Feldes absetzen, das im übrigen aber eng beisammen blieb. Die Entscheidung mußte hier am zweiten Turniertag fallen. Bei den Jüngeren wurde Pacal Aurin (SK Bad Schwalbach) seiner Favoritenrolle gerecht; neben ihm erreicht aber auch Leonid Zhukov (TuS Makkabi) am ersten Spieltag hundert Prozent der Punkte. Hinter den beiden bildeten Juri Kasakewitsch (TuS Makkabi) und Samuel Minor (TuS Dotzheim) das Mittelfeld, dem auch Matthias Kretschmer (SK Geisenheim) angehörte. Er war als einziger Teilnehmer der Altersgruppe U10 an den Start gegangen und erreichte 2 Punkte aus den vier Partien des ersten Spieltags.

Am zweiten Turniertag war das Teilnehmerfeld leider etwas dezimiert: Matthias Kretschmer nahm an einem anderen Turnier teil, Frank Schröder war von seinen Leistungen am ersten Turniertag enttäuscht. Immerhin stieg die Frauenquote so in geradezu sensationelle Höhen. Viel zu spielen gab es dafür in der Gruppe der Älteren nicht mehr. Roland Neb konnte im Familienduell seinen Bruder Holger durch ein Remis auf Distanz halten; nach Rolands Sieg in der Schlußrunde gegen Maciek Tonisch (TuS Dotzheim) standen beide Neb-Brüder in ihrer Altersgruppe damit ganz oben auf dem Treppchen.

Bei den jüngeren kam es zur Spitzenbegegnung Aurin - Zhukov, die nicht ganz ausgekämpft remis endete. Beide vertrauten darauf, ihr Restprogramm zu gewinnen und wollten sich den ersten Platz und damit die Qualifikation in ihrer Altersgruppe sichern. Die Rechnung ging auf, am Ende kamen beide mit dem abgegebenen halben Punkt gleichauf ins Ziel. Ein Stichkampf blieb ihnen dennoch nicht erspart, um den Gewinner des Pokals für den Gruppensieger zu ermitteln. Die beiden einigten sich auf einen sofortigen Stichkampf durch 5-Minuten-Blitzpartien. Pascal entschied das Duell der Linkshänder mit dem beim Blitzen nötigen Glück mit 3:1 für sich.

Endstand U20 und U18
                  1  2  3  4  5  Pkt. Platz
1. Roland Neb     x  ½  1  1  1  3,5  1. U 20
2. Holger Neb     ½  x  0  1  1  2,5  1. U 18
3. Julia Meier    0  1  x  0  +  2,0  2. U 20
4. Maciek Tonisch 0  0  1  x  +  2,0  2. U 18
5. Frank Schröder 0  0  -  -  x  0,0  3. U 20

Endstand U 16 und jünger
                       1  2  3  4  5  6  7  8  Pkt. Platz
1. Pascal Aurin        x  ½  1  1  1  1  1  1  6,5  1. U 16
2. Leonid Zhukov       ½  x  1  1  1  1  1  1  6,5  1. U 14
3. Juri Kasakewitsch   0  0  x  ½  +  1  1  1  4,5  2. U 16
4. Samuel Minor        0  0  ½  x  +  1  1  1  4,5  2. U 14
5. Matthias Kretschmer 0  -  -  0  x  1  -  1  2,0  1. U 10
6. Daniel Zillinger    0  0  0  0  0  x  1  1  2,0  3. U 14
7. Philipp Kuhlmay     0  0  0  0  +  0  x  ½  1,5  3. U 16
8. Sebastian Kühl      0  0  0  0  0  0  ½  x  0,5  4. U 16

Zum Abschluß vielen Dank an die, die bei der Durchführung des Turniers geholfen haben: Peter Clobes (TuS Dotzheim) und Michael Bolduan (SC Taunusstein) für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, Jürgen Meier und Jörn Hoffman fürs morgendliche Aufschließen der Turniersäle, und an die Betreuer der Jugendlichen aus ihren jeweiligen Vereinen Evsey Kasakewitsch und Franz Betanski - in Geisenheim ist die Jugendarbeit Chefsache. Weil dieses nun wirklich mein letztes Turnier als Jugendleiter des Bezirks war, wünsche ich meinem Nachfolger, wer immer es sein möge, viel Erfolg bei und Freude an seiner Arbeit. Die Jugendlichen haben das Engagement verdient, in den Jahren meiner Tätigkeit habe ich nicht einen einzigen ernsten Streitfall erlebt; und die Talente gehen auch in unserem kleinen Bezirk nicht aus.

Christoph Keller


Blitz- und Schnellschachmeisterschaften: nicht ausgetragen