Jugendmeisterschaften 1996/1997
Einzelmeisterschaften
Am Samstag, dem 4. und Sonntag, dem 5.10.1997 fanden im Goldenen Springer die Einzelmeisterschaften der Jugend statt. Gespielt wurden sieben Runden Schweizer System mit maximal einer Stunde Bedenkzeit pro Spieler und Partie. Nach den vier Runden des Samstags waren nur noch Jürgen Meier vom TuS Dotzheim und Frank Schröder vom SV Biebrich ungeschlagen. Die fünfte Runde brachte mit dem Aufeinandertreffen der beiden die Vorentscheidung um die Gesamtwertung: Jürgen Meier konnte die Partie mit den schwarzen Steinen für sich entscheiden und führte danach das Feld allein an. Die letzten zwei Partien waren ebenfalls einen klare Sache für den ältesten Spieler im Feld; ungeschlagen wurde er schließlich mit sieben Punkten aus sieben Partien Bezirksmeister. Als Bester der A-Jugend wird er den Bezirk 8 bei den Hessenmeisterschaften 1998 vertreten. Herzlichen Glückwunsch zum Erreichten und viel Erfolg bei dem, was noch kommt! Mit einem Punkt Abstand konnte sich Frank Schröder den zweiten Platz in der Gesamtwertung sichern. Er ist damit in der B-Jugend ebenfalls für die Hessenmeisterschaften qualifiziert. Den dritten Platz auf dem Treppchen erreichte Roland Neb vom SC Taunusstein. Er mußte sich nur den vor ihm plazierten geschlagen geben; fünf Punkte gegen den Rest des Feldes brachten ihm schließlich den zweiten Platz in der B-Jugend. Nach einem "Schweizer Gambit" in den Runden eins und drei kam Emil Karapetian mit Siegen in den verbleibenden Partien und nur einem unglücklichen Remis am Ende auf den vierten Rang. Anne Bentzien wurde als einziges Mädchen im Feld mit vier Punkten Fünfte; ihre hohe Buchholzwertung zeigt, wie stark ihre Gegener waren. Bester der C-Jugend wurde Benjamin Langenhan (Idstein) mit ebefalls vier Punkte. Die Fahrkarte zu den Hessenmeisterschaften ist ihm allerdings noch nicht sicher; mit ebenfalls vier Punkten erreicht nämlich der beste D-Jugendliche und zweitbeste seiner schachbegeisterteten Familie Holger Neb das Ziel. Ein Stichkampf wird hier die Entscheidung bringen müssen. Den Titel des E-Jugendmeisters konnte Etienne Pirih vom TuS Dotzheim mit nach hause nehmen; die restlichen Plazierungen sind der Tabelle zu entnehmen.
Platz Punkte Buchholz
1. Jürgen Meier Dotzheim A 1. 7
2. Frank Schröder Biebrich B 1. 6
3. Roland Neb Taunusstein B 2. 5
4. Emil Karapetian Dotzheim B 3. 4,5
5. Anne Bentzien Idstein B 4. 4 33,5
6. Benjamin Langenhan Idstein C 1. 4 27,5
7. Holger Neb Taunusstein D 1. 4 26,5
8. Karsten Brand Biebrich B 5. 4 25,5
9. Felix Schatton Taunusstein B 6. 4 23,5
10. Jan Schütz Erbach C 2. 3,5 28
11. Arne Oncken Idstein B 7. 3,5 24,5
11. Maciek Tonisch Dotzheim D 2. 3,5 24,5
13. Boris Lauer Dotzheim B 8. 3,5 24
14. Jens Wilhelm Erbach D 3. 3 29
15. David Schuld Erbach C 3. 3 22
16. Etienne Pirih Dotzheim E 1. 3 21
17. Christian Zawada Dotzheim B 9. 3 19,5
18. Christian Heinig Erbach B 10. 3 19
19. Simon Eulberg Erbach B 11. 3 16
20. Jens Wiegand Wiesbaden C 4. 1,5
21. Daniel Zillinger Dotzheim E 2. 1
Zu guter Letzt noch ein kurzes Resümee des Jugendleiters. Mit 21 Teilnehmern war das Turnier sicherlich gut besucht, enttäuschend ist nur, daß gerade ein einziger A-Jugendlicher mit von der Partie war. Das Niveau der Partien war einer B-Jugend durchaus angemessen. Hier wurde auch an den hinteren Brettern noch planvoll und mit Idee gespielt; taktisch blieb dem Alter entsprechen noch Raum für manchen überaschenden Partieausgang. Daß die zur Verfügung stehende Bedenkzeit auch in den späteren Runden, in denen nach Schweizer System ähnlich starke Gegener aufeinandertreffen und auch die Partien zwischen den Stärksten stattfinden, nich annähernd voll ausgenutzt wurde, verkürzte immerhin die Dauer der Veranstaltung und ließ Zeitnotstreß ausbleiben. Bedanken möchte ich mich bei allen Jugendleitern der Vereine, die durch Motivation ihrer Spieler das Zustandekommen des Turniers erst ermöglichten, bei allen Eltern, die ihre Zeit opferten, um die Kinder und Jugendlichen zum Spielort zu fahren, und schließlich beim Wiesbadener Schachverein, der einmal mehr seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Bis wir uns bei den Blitz- und Schnellschachmeisterschaften am 14.03.1998 wiedersehen, verabschiede ich mich und wünsche allen Beteiligten viel Spaß beim mattsetzen und pattgesetzt werden.
Christoph Keller
Blitz- und Schnellschachmeisterschaften
Am 18.06.1997 fanden im Goldenen Springer die Bezirksjugendmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach statt. Zu diesem Anlaß durfte ich als neuer Jugendwart des Bezirks 8 zum ersten Mal in Augenschein nehmen, was da meiner Wartung unterliegen sollte. Das in sieben Runden nach Schweizer System ausgetragene Schnellturnier war eine klare Sache für Jürgen Meier vom TuS Dotzheim. Mit sieben Punkten ließ er der Konkurrenz vor allem vom eigenen Verein keine Chance. Auch die anderen Plätze auf dem Schnellturniertreppchen waren mit Emil Karapetian und Boris Lauer von Dotzheimern besetzt. Glückwunsch an die spiel- und lautstarken Dotzheimer. Insgesamt waren neun Urkunden in drei Altersklassen zu vergeben; auch Alexander Tüschen, Kostas Katikakis, Christian Zawada, Steffen Heller, Jens Wiegand und Maciek Tonisch durften also eine mit nach Hause nehmen.
Platz Spieler Verein Punkte Buchholz 1 Jürgen Meier TuS Dotzheim 7 2 Emil Karapetian TuS Dotzheim 5,5 3 Boris Lauer TuS Dotzheim 5 4 Alexander Tüschen SV Biebrich 4,5 5 Kostas Katikakis Wiesbaden 1885 4 6 Christian Zawada TuS Dotzheim 3,5 7 Steffen Heller Wiesbaden 1885 3 8 Jens Wiegand Wiesbaden 1885 2,5 24,5 9 Maciek Tonisch TuS Dotzheim 2,5 19 10 Matthias Heller Wiesbaden 1885 2,5 18,5 11 Dündar Koldas Wiesbaden 1885 1,5 12 Denis Gök Wiesbaden 1885 0,5
Das Blitzturnier war da schon eine knappere Angelegenheit: nach elf Runden konnten hier sowohl Jürgen Meier als auch Alexander Tüschen vom Schachverein Biebrich zehn Punkte vorweisen, ein Stechen wurde damit notwendig, das Jürgen mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Herzlichen Glückwunsch an den neuen Blitz- und Schnellschachmeister des Bezirks. Glückwunsch auch an Alexander Tüschen zum zweiten Platz. Nur einen halben Punkt hinter dem Führungsduo wurde Emil Karapetian Dritter. Wiederum gab es Urkunden für die neun Besten.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Pkte SB Pl.
1. Dündar Koldas x 1 0 0 0 ½ 0 1 1 1 0 1 5,5 6
2. Kostas Katikakis 0 x 0 0 1 0 0 1 1 1 0 1 5 14 7
3. Jens Wiegand 1 1 x 0 0 0 0 0 1 1 0 1 5 13,5 8
4. Emil Karapetian 1 1 1 x 1 1 0 1 1 1 ½ 1 9,5 3
5. Maciek Tonisch 1 0 1 0 x 1 0 ½ 1 1 0 1 6,5 5
6. Christian Zawada ½ 1 1 0 0 x 0 1 1 1 ½ 1 7 4
7. Alexander Tüschen 1 1 1 1 1 1 x 1 1 1 0 1 10 * 2
8. Matthias Heller 0 0 1 0 ½ 0 0 x 1 1 0 1 4,5 9
9. Steffen Heller 0 0 0 0 0 0 0 0 x 1 0 1 2 10
10. Denis Gök 0 0 0 0 0 0 0 0 0 x 0 1 1 11
11. Jürgen Meier 1 1 1 ½ 1 ½ 1 1 1 1 x 1 10 * 1
12. Julian Merkel 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 x 0 12
* Stichkampf um Platz 1: Meier - Tüschen 2:0
Und was ist nun mein erster Eindruck von der Jugend der Bezirks? Quantitativ bin ich mit der Beteiligung sehr zufrieden. Die Turniere waren zuletzt im Terminkalender in der Rochade 1997 angekündigt worden, für eine Erinnerung an die noch von meinem Vorgänger angesetzten Turniere blieb mir keine Zeit - da das in der nächsten Saison besser werden wird, erscheint eine noch größeres Teilnehmerfeld in Zukunft möglich. Auffällig ist weiterhin, daß vor allem die jüngeren Jahrgänge zahlreich vertreten waren; A- und B-Jugend waren deutlich unterrepräsentiert. Hatten die unter Zwanzigjährigen Besseres zu tun oder sieht die Situation in den Vereinen genau so aus? Qualitativ scheint mir das Spiel der Teilnehmer einer C-Jugend-Meisterschaft durchaus angemessen zu sein; mit ihren Leistungen müssen die besten C-Jugendlichen den Vergleich zu höherer Ebene nicht scheuen. Schade ist allerdings, daß in den älteren Altersgruppen gleiches nicht gelten kann. Jürgen Meier als einziger A-Jugendlicher machte einen ziemlich unterforderten Eindruck, etwas Konkurrenz würde hier sicher belebend wirken. Generell scheint mir, daß das Blitzschach im Jugendtraining der Vereine bisher weniger gepflegt wurde als andere schachliche Disziplinen. Eine große Anzahl Streitfälle über die Berührt-Geführt-Regel und viele durch illegale Züge entschiedene Partien scheinen darauf hinzudeuten, daß für viele der teilnehmenden Jugendlichen das Blitzschach eine Neuheit war. Ein frommer Wunsch des geschundenen Jugendwarts zum Abschluß: etwas mehr Ruhe während und zwischen den Runden, kein Nachlauf und auch keine Ringkämpfe würden dafür sorgen, daß mir die Aufgabe des Turnierleiters etwas weniger an den geplagten Nerven zehrt. Ich hoffe, daß die Turniere allen Teilnehmern Spaß gemacht haben. Bis wir uns in der nächsten Saison wiedersehen, wünsche ich schöne Sommerferien.
Christoph Keller
- Chronik:
