4er-Mannschaftspokal 2005/2006 - Reportage

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Michael Smith hat in Form eines Interviews und einer Reportage von der 1. Runde einen Artikel für den Aarboten am 26.10.2005 sowie die Untertaunus-Seite des Wiesbadener Kuriers erstellt; er beschreibt auch die Aktivitäten des ausrichtenden SC 1966 Taunusstein. Der Artikel wird hier leicht gekürzt wiedergegeben.

Handy und Zigaretten verboten

Schachspieler aus dem Kreis spielen in Wehen um Mannschaftspokal

Hochspannung pur herrschte bei der ersten Runde des 4er-Mannschaftspokals des Schachbezirks Rhein-Taunus im Versammlungsraum der Wehner Silberbachhalle. Dort konnte man ob der enormen Konzentration zeitweise eine Stecknadel fallen hören. Das kleine rote Rad der Schachuhren läuft ununterbrochen. Mit angespannten Blicken verfolgen die Spieler jeden Zug des Gegners. Die Konzentration ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Beim Turnier im Versammlungsraum der Wehner Silberbachhalle trafen neun Mannschaften mit je vier Spielern von Vereinen aus Geisenheim, Idstein, Erbach und Taunusstein aufeinander. "Schach ist eine Wissenschaft für sich", erzählt Michael Bolduan, der erste Vorsitzende des gastgebenden Schachclubs Taunusstein. Beim Schach spiele man gegen die Ideen seines Gegners, erklärt Bolduan den Reiz am Spiel. Dabei komme es vor allem darauf an, wer mehr wisse, wer die Schwächen seines Gegners in Position und Taktik erkenne.

Seit 1966 gibt es den Taunussteiner Schachverein, der im nächsten Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Jeden Freitag treffen sich die etwa 50 Aktiven im Alter zwischen 10 und 70 Jahren ab 17 Uhr im Vereinsraum in der Wehener Silberbachhalle. Ob Klötzchenschieber, wie die versierten Hobbyspieler einen Laien nennen, oder Meister beim freien Spiel seien interessierte Besucher willkommen, betont der erste Vorsitzende. Besonders die Jugendarbeit ist Bolduan wichtig. 14 Jugendliche spielen momentan beim Schachclub Taunusstein. Sie seien meist über die Eltern zum Spiel gekommen, erzählt der Vorsitzende. Zwei von sechs Mannschaften sind Jugendmannschaften. "Man muss eine Ader dazu haben, zu sitzen und zu überlegen, über dem Spiel zu brüten", erklärt auch Uwe Mennig, der seit acht Jahren Schach spielt.

Ruhe und Konzentration beweisen die Geistessportler beim Turnier in der Silberbachhalle eindrucksvoll. Der Versammlungsraum ist in zwei Teile abgetrennt. In einem bieten Mitglieder des Taunussteiner Vereins Getränke und Kuchen an, unterhalten sich die Schachbegeisterten und diskutieren einzelne Partien. Im anderen herrscht absolute Ruhe. Lediglich ein paar stille Besucher beobachten das Spielgeschehen. An Tischreihen mit je vier Spielbretternsitzen sich die Kontrahenten gegenüber, kämpfen für den Erfolg ihres Teams.

Wasserflaschen, Thermoskannen aber auch Obst und Müsliriegel liegen neben den Schachbrettern. Trinken oder aber etwas essen sei sehr wichtig, erklärt Bolduan, für die Konzentration und den Zuckerhaushalt. Dafür herrscht Rauch-, Alkohol- und Handyverbot, schließlich sollen optimale sportliche Bedingungen einen reibungslosen Spielverlauf gewährleisten. Unnötige Störungen könnten die Spieler aus ihren Konzentrationsphasen reißen. Zwar dürfen die Spieler aufstehen, rausgehen oder essen und trinken. Doch wessen Handy klingelt, der hat verloren. Zwar klingelte bis zum Ende des Turniers keines der Mobiltelefone. Die Spannung jedoch hielt sich bis zum Schluss.


Voll konzentriert verfolgen die Schachspieler in der Silberbachhalle den Zug ihres Gegenübers und überlegen zugleich ihren nächsten. Das Bild zeigt neben Herrn Betanski vom SK 1950 Geisenheim die beiden Taunussteiner Jugendlichen Lena Lietz und Tristan Colette.

In interessanten Partien gewannen die Teams Taunusstein I und Taunusstein III sowie die Mannschaft Geisenheim I und Erbach. Das Team Taunusstein II qualifizierte sich übrigens per Los für die nächste Runde. Die Gewinner des Turniers werden nun in der zweiten Runde am 3. Dezember in Taunusstein ausgespielt.